Diplomarbeiten
Diplomarbeiten werden zu beliebigen Themen in den Gebieten Wirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft vergeben. In Betracht kommen dabei vor allem die Bereiche öffentliche Einnahmen und Ausgaben, Sozialversicherungen und öffentliche Verwaltung. Interessenten kommen am besten direkt mit einem Themenvorschlag oder einer groben Idee für eine Diplomarbeit in die Sprechstunde. Anregungen finden Sie reichlich in der tagespolitischen Diskussion, in der Vorlesung oder in der Fachliteratur. Empfohlen sei ausdrücklich die Vertiefung einer vorherigen Seminararbeit.
Methodisch kann die Arbeit eher mathematisch oder juristisch ausgerichtet sein. Es kann sich um eine Literaturarbeit oder eine eigenständige Forschungsarbeit handeln. Ganz grob kann man drei Typen von Diplomarbeiten unterscheiden:
Formal-theoretische Arbeiten basieren auf einer vergleichsweise geringen Anzahl von wissenschaftlichen Aufsätzen, etwa zwischen drei bis fünf. In der Regel sind diese nicht einfach und außerdem verkürzt dargestellt. Bei der Bearbeitung geht es darum, durch eine eigene Form der Darstellung und ausführliche mathematische Herleitung zu verdeutlichen, dass man die zugrundeliegende Literatur verstanden hat. Die bloße Wiedergabe der Originalliteratur ist nicht erwünscht. Die Diplomarbeit sollte in sich geschlossen sein, so dass die bearbeitete Fragestellung auch ohne Rückgriff auf die zugrundeliegenden Quellen verständlich wird.
Mögliche Themen wären etwa:
- Besteuerung, Unternehmertum und Risikokapital
- Optimale Besteuerung bei endogenem Rentenzugang
- Politische Ökonomie der Rentenversicherung
Aktuelle wirtschaftspolitische Arbeiten sind breiter angelegt. Hier geht es um die Analyse und Aufbereitung einer aktuellen Problemstellung. Die Literaturgrundlage ist umfangreicher und weniger formal als beim ersten Typ. Gut vorstellbar sind hier auch juristisch orientierte Arbeiten.
Mögliche Themen wären etwa:
- Reform der deutschen Finanzverfassung
- Erwerbsunfähigkeitsrente - Probleme und Reformoptionen
- Staatsverschuldung und Schuldenbremse
Simulationsarbeiten schließlich kommen nahezu ohne Literatur aus. Hier geht es darum, ein am Lehrstuhl in der Regel vorhandenes Programmpaket zu verbessern, zu dokumentieren oder zu testen, damit es in der Lehre oder der Forschung eingesetzt werden kann. Zu empfehlen ist jedoch, vorher die Veranstaltung "Arbeiten mit numerischen Gleichgewichtsmodellen" besucht zu haben.
Mögliche Themen wären etwa:
- Einbau von Arbeitslosigkeit, Gesundheitsrisiken etc. in ein OLG-Modell mit Unsicherheit
- Modellierung von Heiratsentscheidung im OLG Modell
- Modellierung des Wohnungsmarktes im OLG Modell
Formale Vorschriften für Diplomarbeiten gibt es keine. Alle Literaturverweise sollte man im Verzeichnis wiederfinden, ansonsten halten Sie sich bei der Gestaltung ihrer Arbeit an die anerkannten Regeln der Wissenschaft. Zur Not können Sie auch ein einschlägiges Werk über wissenschaftlichen Arbeiten heranziehen, z.B. Manuel R. Theisen (2000): Wissenschaftliches Arbeiten, 10. Aufl., München. Auch der Umfang der Diplomarbeit ist nicht entscheidend für die Bewertung. Im Mittel werden etwa 60-80 Seiten erwartet. Je schwieriger ein Thema ist, desto kürzer kann die Arbeit aber auch sein.
Der Lehrstuhl für Finanzwissenschaft empfiehlt bei der Anfertigung von Zeichnungen für Diplomarbeiten die Verwendung der Programme Corel Draw bzw. Micrografx Designer.
Kostenlose Versionen der aktuellen Corel Graphics Suite können für Studenten der Uni Würzburg hier heruntergeladen werden. Sie benötigen zum Download ihre s-Nummer.
Eine große Erleichterung bei formalen Diplomarbeiten ist die Verwendung von Latex. Latex ist Freeware, ein Installations-CD-Rom wird vom Lehrstuhl bereitgestellt, ebenso wie der dazugehörige Editor TeXnic Center.

